BUND Halle-Saalekreis

Biodiversität in Stall und Garten

Biodiversität ist das beste Mittel in der Anpassung an den Klimawandel. Darum:

  • Orte der Vielfalt für Pflanzen und Tiere auf dem Gelände des Umweltzentrum schaffen.
  • Erhaltung alter Nutztierrassen und Obstsorten.
  • Naturerlebnis und Umweltbildung für Groß und Klein.

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Projektbeschreibung

Biologische Vielfalt als Bildungsschwerpunkt

Ausgangspunkt für das Umweltbildungsprojekt 2020 ist die seit dem Frühling des Jahres 2018 im Norden und Osten Deutschlands anhaltende große Trockenheit und der daraus resultierende, unübersehbare Schaden an der Natur. In weiten Teilen Sachsen-Anhalts, darunter die im Regenschatten des Harzes befindlichen Landschaften wie die Franzigmark, herrscht eine außergewöhnliche Dürre.
Der anhaltende Wassermangel hat für die Natur fatale Auswirkungen - der Wasserspiegel in vielen Gewässern ist dramatisch gesunken und dort, wo nicht gegossen wird, sterben Bäume und sogar die Stauden in den Trockenrasen ab. Im Umweltbildungsprojekt 2019 wurde es bittere Gewissheit: Insektenschutz allein kann nicht genügend Abhilfe schaffen, denn ohne Regen können auch in Biotopen, die nicht durch Pestizide unmittelbar belastet sind, nur sehr wenige Tierarten überleben; die sich aus der Dürre ergebende Armut an Blüten reicht nur für wenige Insekten als Nahrungsquelle.

An dieser Stelle setzt das neue Umweltbildungsprojekt mit seinen Teilprojekten an. Erstens soll der vorhandene Reichtum an blühenden Pflanzen auf dem Gelände des Umweltzentrums Franzigmark vermehrt und ausgebaut werden. Dabei liegt besonderes Gewicht auf den heimischen Arten der Trocken- und Halbtrockenrasen aus der unmittelbaren Umgebung des Umweltzentrums. Wir wollen Insekten auf dem Umweltzentrumsgelände geeignete blütenreiche Rückzugsräume schaffen, die vom Frühling bis in den Herbst Nahrung bieten. Als Ort für die Blühstreifen haben wir die nähere Umgebung des Bienen- Hochstandes und des Insektenhotels gewählt. Auf einer der Blühflächen wird eine fertige artenreiche Saatmischung, bestehend aus mindestens 27 bis 30 Arten, passend zu den Bodenverhältnissen und mit Herkunft aus der Region verwendet. Auf mindestens einer anderen Blühfläche wird selbst gesammeltes Saatgut aus der Franzigmark ausgesät. Als zweite Maßnahme wollen wir Wände begrünen, d.h. an geeigneten und noch nicht bewachsenen Haus-, Schuppen- und Containerwänden kletternde Gehölze pflanzen. Dazu werden trockenheitstolerante, unempfindliche Arten bzw. Sorten verwendet, die reich an Insektennahrung sind.

Im nächsten Teilprojekt - stehen die alten, bedrohten Nutztierrassen im Mittelpunkt. Die Einbeziehung aller geeigneten Umweltzentrumsflächen in die Beweidung durch unsere Ziegen und Schafe hat gleich zwei Vorteile: einerseits werden die Flächen gepflegt, denn die auf Beweidung angewiesenen wertvollen Pflanzengemeinschaften der Halbtrockenrasen können sich dann wesentlich besser entwickeln. Und andererseits muss weniger Heu für die Zufütterung gekauft werden; die Transporte von Tierfutter und Mist werden reduziert.
Bei aller Sorge um die Natur und den Fortbestand der Arten wird jedoch – wie auch bereits in den vorangegangenen Jahren – die Freude am Draußen sein und an Naturbeobachtung für alle Besucher*innen im Mittelpunkt der Aufenthalte in der Franzigmark stehen.

Dr. Maud von Lampe

Projektmitarbeitern
E-Mail schreiben Tel.: +49 345 682 576 06

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