BUND Halle-Saalekreis

Nationales Naturerbe Franzigmark

Die Franzigmark

Wegen ihrer überaus reichhaltigen Naturaussattung, einer hohen Vielfalt von Lebensräumen und seltenen Arten gehört die Franzigmark zum Nationalen Naturerbe

Vor den Toren Halles, zwischen Trotha und Brachwitz, erstreckt sich die Franzigmark. Das über 300 Hektar große Gebiet gehört zum Naturpark „Unteres Saaletal" und ist in Teilen Landschaftsschutzgebiet bzw. Flächennaturdenkmal.
Porphyrkuppen, Trockenrasen, Hecken, Obst-wiesen und Wäldchen, Schilfflächen, Weiher und Bäche verleihen der Landschaft ein ab-wechslungsreiches Gepräge. Seltene Tier- und Pflanzenarten haben hier ihr Refugium. So gedeihen in der Franzigmark z. B. gefährdete Orchideenarten wie das Kleine Knabenkraut, und an den Gewässern schwirren mehr als 25 Libellenarten umher!
Auf den Porphyrfelsen erwarten Sie fantastische Ausblicke ins Saaletal.
Überhaupt ist die Franzigmark ein ideales Terrain zum Ausspannen, aber auch zum Natur-Erkunden, Wandern und Radfahren.

Die Franzigmark als ehemaliges Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 300 ha, gehört zum Naturpark "Unteres Saaletal".
Ein Großteil dieser Fläche diente bis zum Jahr 2005 der Bundeswehr als Truppenübungsplatz.
Teile sind gleichzeitig Landschaftsschutzgebiete bzw. Flächennaturdenkmal.
Das Gebiet liegt zwischen dem Trompeterfelsen gegenüber Lettin (nördlich davon) und dem Kirschberg bei Brachwitz (südlich davon) und umfasst die Landschaftsteile Franzigmark, Saaleberge und Eulenberg (höchste Erhebung mit 106,3m).
Das im Durchbruchstal der Saale gelegene Gebiet beinhaltet geologisch, bodenkundlich und hydrologisch interessante Bereiche.

Die Franzigmark ist durch wechselhafte geologische Prozesse in langen Zeiträumen geprägt.
Den Untergrund bilden Festgesteine aus Halleschen Porphyr und zwischengelagerten Sedimenten. Porphyre sind aus glutflüssigen Gesteinschmelzen vor ca. 280 Mio Jahren entstanden, die "Zwischensedimente" bestehen aus unterschiedlich körnigen Sandsteinen und Schiefertonen, lokal können auch Konglomerate auftreten.

hydrogeologische- und hydrologische Bereiche

In größeren Teilen der Franzigmark sind schluffige, d. h. wasserstauende und -speichernde Bodentypen verbreitet. Auf ihnen fließt das Oberflächenwasser der beiden Bäche zu, welche die Hauptentwässerungslinie zur Saale darstellen. Die in die Senken in denen das Wasser abfließt, sind sehr stark wasserführend. Ein Einbringen von Niederschlagswässern in die Klüfte und Spalten der Unterlagernden Festgesteine wird außerdem durch den Gesteinszersatz und im Bereich der Porphyre, die Kaolinischen Verwitterungszonen stark eingeschränkt. Eine Wasserfüllung von Klüften und Spalten in den Festgesteinen ist erst im Niveau der, gegenüber dem ehemaligen Truppenübungsplatz stark eingetieften, Saale zu erwarten.
Demnach ist der Anteil von Niederschlagswässern, die durch Versickerung abgeführt werden, in den außerdem nur gering bewaldeten Flächen sehr gering. Die überwiegende Menge muss durch Verdunstung und oberflächigen Abfluss in den Geländesenken und Bächen ausgetragen werden. Dadurch sind die Senkenbereiche als langzeitig wasserführend charakterisiert. Lediglich in den Gebieten, in denen die Porphyre an der Oberfläche oder in nur geringer Tiefe anstehen (Geländeerhebungen), ist durch oberflächigen Abfluss und Versickerung bei geringmächtiger Zersatzzone rasche Abtrocknung möglich. Entsprechend haben sich hier spezielle, von der Umgebung abweichende, Ökosysteme entwickelt.

Fauna

Die Silikat-Felsfluren, Trocken und Halbtrockenrasen sowie Zwergstrauchheiden, Schilf- und Wasserflächen sind die Lebensräume zahlreicher vom Aussterben bedrohter, stark gefährdeter, gefährdeter und seltener Pflanzen- und Tierarten.
An den Gewässern beispielsweise fliegen mehr als 25 Libellenarten, Rohrsänger und Rohrweihe. Im Wasser selbst findet man eine Reihe von Amphibien; neben mehreren Frosch- und Krötenarten, auch Teich- und Kammmolche. Nachweise gelangen von vielen Arten der Roten Liste bedrohter Tierarten, wie zum Beispiel Iltisse (RLD 3).

Rote Liste Sachsen-Anhalt

Unter der Roten Liste gefährdeter Arten versteht man die von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources jährlich im Internet veröffentlichte Liste weltweit gefährdeter Tier- und Pflanzen-Arten wie auch die von einzelnen Staaten und Bundesländern herausgegebenen entsprechenden Listen. Ursache des fortschreitenden Verschwindens von Tier- und Pflanzenarten sind vor allem menschliche Zivilisationsaktivitäten.

Für die Rote Liste der Pflanzen wurden von den etwa 28.000 in Deutschland beheimateten Arten 13.907 Arten (knapp 50%) auf ihre Gefährdung hin untersucht und bewertet.

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